Gebären und Stillen
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Geburtstrauma statt Traumgeburt – Wie Hebammen Mütter nach einer traumatischen Geburtserfahrung begleiten können

Fast jede dritte Mutter in Deutschland erlebt die Geburt ihres Kindes als traumatisch. 8 Wochen nach der Geburt erfüllen 8,4% der Mütter und 2,7% der Väter die Kriterien einer geburtsbezogenen Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Fast jede Hebamme wird in ihrem Berufsalltag damit in Berührung kommen.

Können Mütter die traumatische Geburtserfahrung nicht verarbeiten, hinterlässt sie fast immer tiefe seelische und körperliche Spuren. Sie wirken sich nicht nur negativ auf das Stillen und die Mutter-Kind-Beziehung aus, sondern können das gesamte Leben der Mutter und der Familie beeinträchtigen. So berichten Mütter über sozialen Rückzug, Schwierigkeiten den Alltag mit Kind zu bewältigen und Probleme in der Partnerschaft.

Für die meisten Mütter mit einer schwierigen Geburtserfahrung ist die Hebamme erste Ansprechpartnerin. Die Begleitung dieser Mütter kann beruflich und persönlich herausfordernd sein. Vielleicht stellen Sie sich Fragen, wie:

  • Wie kann ich auf eine Mutter reagieren, die von einer traumatischen Geburtserfahrung berichtet?
  • Wie finde ich die richtigen Worte?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, sie bei der Verarbeitung zu begleiten?
  • Woran erkenne ich, ob die Mutter an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet?
  • Wann sollte ich eine in Traumatherapie ausgebildete Fachperson hinzu ziehen?
  • Welche Methoden zur Verarbeitung kann ich leicht erlernen und gut in meinen Arbeitsalltag integrieren?
  • Wie kann ich traumasensibel arbeiten?
  • Wie kann ich mich vor einer eigenen Traumatisierung schützen?


In dieser Tagesfortbildung beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Traumaentstehung und warum insbesondere das Geburtsgeschehen dafür anfällig ist. Wir sprechen über Methoden, die der stabilisierenden Unterstützung sowie der Aktivierung der Selbstheilungskräfte der Mutter dienen und leicht in den Hebammenalltag integriert werden können. Außerdem werden wir uns dem  traumasensiblen Arbeiten und der Selbstfürsorge widmen.

Inhalte der Fortbildung

Vermittlung von Grundlagen der Psychotraumatologie
Abläufe der Traumaheilung
Was ist eine posttraumatische Belastungsreaktion
Die sechs Säulen der stabilisierenden Unterstützung bei einer PTBS
Welche Methoden und Techniken der Geburtsverarbeitung sind leicht erlern- und vermittelbar?
Traumasensibles Arbeiten im Kreissaal
Traumasensible Sprache
Selbstfürsorge und Schutz vor Sekundärtraumatisierung

Wann:
4.7.2019 9.30-17.00 8 U

Dozentin:
Dr. Ute Taschner, Ärztin, IBCLC

Kosten: 120 € inkl. Snacks und Getränke

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